Was genau ist eigentlich eine Infiltration unter Durchleuchtung? Dabei wird ein Medikament, meist eine Kombination aus Kortison und einem Betäubungsmittel, direkt in das betroffene Gelenk gespritzt – während der Arzt die Position der Nadel in Echtzeit per Durchleuchtung verfolgt. Genau diese Kontrolle unterscheidet das Verfahren von einer gewöhnlichen Injektion in ein Gelenk und kann den Patientinnen und Patienten schnell helfen.
Die Durchleuchtung funktioniert im Grunde wie ein durchgehendes, live laufendes Röntgenbild – mit sehr geringer Strahlenbelastung. Dadurch sieht der Arzt jederzeit genau, wo sich die Nadelspitze im Gelenk befindet.
Bei einem Gelenk wie zum Beispiel der Hand, dessen Zielbereich klein und von Sehnen, Nerven und anderen empfindlichen Strukturen umgeben ist, macht diese Präzision einen Unterschied. Die Durchleuchtung erlaubt es, treffsicher zu arbeiten und das Gelenk direkt zu erreichen, was wiederum das Unbehagen für die Patientin oder den Patienten reduziert – dies hängt aber auch von der Technik des Radiologen ab.
Manchmal wird stattdessen auch ein Ultraschallgerät genutzt. Was zum Einsatz kommt, hängt vom Ort ab beziehungsweise davon, was infiltriert werden soll.
Infiltrationen von Gelenken unter Durchleuchtung kommen unter anderem in diesen Situationen zum Einsatz:
Das Verfahren erfüllt häufig gleich zwei Zwecke auf einmal: Es hat einen diagnostischen und einen therapeutischen Wert.
Spürt die Patientin oder der Patient direkt nach der Injektion eine deutliche Schmerzlinderung, ist das ein starkes Indiz dafür, dass die infiltrierte Struktur tatsächlich die Schmerzquelle ist – und nicht eine benachbarte Struktur.
Das Kortison sorgt dann für die eigentliche therapeutische Wirkung, indem es die Entzündung über die folgenden Tage bis Wochen zurückgehen lässt.
Die Infiltration läuft in der Regel schnell und ambulant ab. Nachdem die Haut gereinigt und örtlich betäubt wurde, führt der Arzt die Nadel unter Durchleuchtung ins Gelenk ein. Manchmal wird die richtige Lage vorher noch mit etwas Kontrastmittel bestätigt, bevor das eigentliche Medikament gespritzt wird.
Die meisten Patientinnen und Patienten spüren innerhalb von drei Tagen eine Besserung, und die Wirkung hält oft länger an.
Eine Infiltration von Gelenken unter Durchleuchtung ist ein minimalinvasiver Weg, ein Medikament mit echter Präzision zu verabreichen. Das senkt das Risiko wiederholter Nadelversuche und sorgt dafür, dass das Medikament tatsächlich dort ankommt, wo es wirken soll.