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Parsonage-Turner-Syndrom

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MRI-Diagnostik Neurologie Neurographie Zürich

Parsonage-Turner-Syndrom: Wenn extreme Schulterschmerzen vom Nerv kommen

Plötzliche, stechende Schulterschmerzen, die nach wenigen Tagen von einer deutlichen Muskelschwäche im Arm abgelöst werden: Das Parsonage-Turner-Syndrom (PTS) ist selten, wird oft verkannt und kann ohne die richtige Diagnostik jahrelang unentdeckt bleiben. Eine spezialisierte MR-Untersuchung spielt bei der Diagnose eine entscheidende Rolle.

MR-Neurographie Plexus brachialis bei Parsonage-Turner-Syndrom

Was ist das Parsonage-Turner-Syndrom?

Das Parsonage-Turner-Syndrom – auch neuralgische Schulteramyotrophie genannt – ist eine seltene Erkrankung des Plexus brachialis, also des Nervengeflechts, das Schulter und Arm versorgt. Die genaue Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt. Mediziner vermuten eine Autoimmunreaktion: Das körpereigene Immunsystem greift irrtümlich die Nerven an – häufig ausgelöst durch Infektionen, Impfungen, Operationen oder starken körperlichen Stress.

Betroffen sind meist Männer zwischen 20 und 60 Jahren, die Erkrankung kann jedoch in jedem Alter auftreten. Mit etwa 1–3 Fällen pro 100'000 Einwohner pro Jahr gilt das PTS als seltene Erkrankung – was die Diagnose zusätzlich erschwert.

Wie verläuft die Erkrankung?

Das Parsonage-Turner-Syndrom folgt einem charakteristischen Verlauf in drei Phasen:

Phase 1

Akuter Schmerz (Stunden bis Tage)

Plötzlich einsetzende, heftige Schmerzen in Schulter, Nacken oder Arm – oft beschrieben als brennend, reissend oder elektrisierend. Die Schmerzen können so stark sein, dass normale Schlafpositionen kaum möglich sind.

Phase 2

Schwäche und Lähmung (Tage bis Wochen)

Während der Schmerz nachlässt, zeigt sich eine zunehmende Muskelschwäche oder -lähmung im betroffenen Arm oder der Schulter. In manchen Fällen kommt es zu sichtbarem Muskelschwund (Atrophie).

Phase 3

Erholung (Monate bis Jahre)

Die meisten Betroffenen erholen sich langsam. Bei einem Teil bleiben jedoch Dauerschmerzen oder Schwäche zurück. Die Erholung kann bis zu 3 Jahre oder länger dauern.

Welche Symptome sind typisch?

  • Plötzlicher, extremer Schulterschmerz
  • Muskelschwäche im Arm oder der Schulter
  • Sichtbarer Muskelschwund (Atrophie)
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Arms
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl
  • Herabhängendes Schulterblatt (Scapula alata)

Wichtig zu wissen

Das PTS wird häufig mit einem Bandscheibenvorfall, einer Schultererkrankung oder einer Nervenwurzelkompression verwechselt. Wegen dieser Ähnlichkeit zu anderen Erkrankungen dauert es im Durchschnitt Monate bis Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Eine spezialisierte MR-Untersuchung kann entscheidend zur richtigen Einordnung beitragen.

Welche Rolle spielt die MRI bei der Diagnose?

Die MR-Untersuchung ist beim Parsonage-Turner-Syndrom das wichtigste bildgebende Verfahren. Sie erlaubt eine direkte Beurteilung des Plexus brachialis und der betroffenen Muskeln – und kann andere Ursachen wie Bandscheibenvorfälle oder Tumore gezielt ausschliessen.

Was sieht man in der MRI?

  • Signalveränderungen in den betroffenen Nervensträngen
  • Ödem (Wassereinlagerung) im Nervengewebe
  • Denervierungszeichen in den Muskeln (Muskelschwund-Muster)
  • Ausschluss von Tumoren, Hernien oder anderen Kompressionsursachen
  • Verdickung oder Veränderung einzelner Nervenfaszikel
  • Beurteilung des Ausmasses und der betroffenen Nervenäste

Für die Untersuchung des Plexus brachialis werden spezielle MR-Sequenzen (Neurographie) eingesetzt, die feine Nervenstränge hochauflösend darstellen. Diese Technik erfordert besondere radiologische Expertise und spezifisches Fachwissen in der Nervenbildgebung.

Beispiele eines Parsonage-Turner-Syndroms

Parsonage-Turner-Syndrom: Neuropathie Nervus suprascapularis im MRI
Bild 1: Typische langstreckige Neuropathie des Nervus suprascapularis mit Neuropathiesignal und Konstriktionen.
Parsonage-Turner-Syndrom: Neuropathie vom Truncus superior bis Nervus axillaris im MRI
Bild 2: Längerstreckige Neuropathie vom Truncus superior entlang des posterioren Cords bis in den Nervus axillaris, hier maximal ausgeprägt.

Wie wird das Parsonage-Turner-Syndrom behandelt?

Eine spezifische Therapie, die den Krankheitsprozess stoppt, gibt es bislang nicht. Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Erholung zu unterstützen:

  • Schmerztherapie (Schmerzmittel, Kortison in der Akutphase)
  • Physiotherapie zum Erhalt der Beweglichkeit und gezieltem Muskelaufbau
  • Ergotherapie bei dauerhafter Einschränkung der Handfunktion
  • In Einzelfällen: immunsuppressive Therapie oder chirurgische Eingriffe bei Nervenkompression

Prognose

Die Mehrheit der Betroffenen erholt sich im Verlauf von 1–3 Jahren teilweise oder vollständig. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Therapie verbessern die Chancen auf eine gute Erholung. Bei rund 25–30 % der Patienten kommt es zu Rückfällen (rezidivierendes PTS), häufiger bei der erblichen Form der Erkrankung.

Häufige Fragen

Für die spezialisierte MR-Untersuchung des Plexus brachialis ist in der Regel eine Zuweisung durch einen Neurologen, Orthopäden oder Hausarzt erforderlich. Wir empfehlen, die Symptome möglichst genau zu schildern, damit die richtige Untersuchungssequenz gewählt werden kann.

Die spezialisierte Neurographie des Plexus brachialis dauert in der Regel 30–60 Minuten. Je nach Fragestellung kann Kontrastmittel eingesetzt werden, um Entzündungen oder Nervenpathologien besser sichtbar zu machen.

Bei begründetem Verdacht auf ein Parsonage-Turner-Syndrom und ärztlicher Zuweisung werden die Kosten der MR-Untersuchung in der Regel von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) übernommen.

Ja. Bei rund einem Viertel der Betroffenen kommt es zu Rückfällen – auch auf der Gegenseite. Bei der selteneren erblichen Form (hereditäre neuralgische Amyotrophie) sind Rückfälle besonders häufig.

Spezialisierte MRI-Diagnostik in Zürich

Bei Verdacht auf ein Parsonage-Turner-Syndrom bieten wir eine hochauflösende MR-Neurographie des Plexus brachialis mit spezialisierter radiologischer Expertise. Frühzeitige Diagnostik hilft, die richtige Therapie einzuleiten.