Schmerzen, die vom unteren Rücken ins Bein ausstrahlen, Taubheit am Oberschenkel oder eine unerklärliche Schwäche beim Gehen – hinter solchen Beschwerden kann eine Störung des Plexus lumbosacralis stecken. Mit einer spezialisierten MR-Untersuchung lässt sich dieses Nervengeflecht im Becken präzise beurteilen.
Der Plexus lumbosacralis ist ein ausgedehntes Nervengeflecht im Bereich des Beckens, das aus den Lendenwirbelkörpern L1 bis S3 entsteht. Er versorgt das Bein, die Hüfte und den Beckenbereich mit Nervenimpulsen. Der Plexus gliedert sich in zwei Anteile:
Bekannte Nerven wie der Nervus femoralis und der Nervus ischiadicus (Ischiasnerv) entspringen aus diesem Geflecht – weshalb Beschwerden des Plexus lumbosacralis oft fälschlicherweise als «Ischias» diagnostiziert werden.
Die spezialisierte Neurographie des Plexus lumbosacralis stellt die Nervenstränge im Becken hochauflösend dar – eine anspruchsvolle Untersuchung, die besondere radiologische Expertise erfordert. Sichtbar werden können:
Viele Patienten werden mit ausstrahlenden Beinschmerzen zunächst auf einen Bandscheibenvorfall untersucht – ohne Befund. Die MR des Plexus lumbosacralis ergänzt die Wirbelsäulendiagnostik gezielt, wenn der Nerv selbst im Becken betroffen sein könnte.
| Bandscheibenvorfall (LWS) | Plexus lumbosacralis |
|---|---|
| Nervenkompression auf Höhe der Wirbelsäule | Nervenschaden im Becken |
| Typischerweise einseitig | Oft diffuseres Bild |
| Schmerz folgt Dermatom | Auch ohne LWS-Befund möglich |
| Standard-MRT der LWS ausreichend | MR-Neurographie erforderlich |
Ja. Für die Darstellung des Plexus lumbosacralis werden spezielle Nerven-Sequenzen (Neurographie) eingesetzt, die sich von einer Standard-Wirbelsäulen-MR unterscheiden. Die Untersuchung erfordert spezialisierte radiologische Expertise.
In der Regel ist keine Nüchternheit erforderlich. Wenn Kontrastmittel geplant ist, empfehlen wir, 2–3 Stunden vorher nur leicht zu essen.
Bei medizinischer Indikation und gültiger ärztlicher Zuweisung übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) in der Regel die Kosten.