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MR des Plexus lumbosacralis

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MRT-Diagnostik Neurologie Zürich

MR des Plexus lumbosacralis: Wenn Bein- und Hüftschmerzen vom Nerv kommen

Schmerzen, die vom unteren Rücken ins Bein ausstrahlen, Taubheit am Oberschenkel oder eine unerklärliche Schwäche beim Gehen – hinter solchen Beschwerden kann eine Störung des Plexus lumbosacralis stecken. Mit einer spezialisierten MR-Untersuchung lässt sich dieses Nervengeflecht im Becken präzise beurteilen.

MR Plexus lumbosacralis Zürich

Was ist der Plexus lumbosacralis?

Der Plexus lumbosacralis ist ein ausgedehntes Nervengeflecht im Bereich des Beckens, das aus den Lendenwirbelkörpern L1 bis S3 entsteht. Er versorgt das Bein, die Hüfte und den Beckenbereich mit Nervenimpulsen. Der Plexus gliedert sich in zwei Anteile:

  • Plexus lumbalis – oberer Anteil, zuständig für Leiste und Oberschenkel
  • Plexus sacralis – unterer Anteil, zuständig für Knie, Unterschenkel und Fuss

Bekannte Nerven wie der Nervus femoralis und der Nervus ischiadicus (Ischiasnerv) entspringen aus diesem Geflecht – weshalb Beschwerden des Plexus lumbosacralis oft fälschlicherweise als «Ischias» diagnostiziert werden.

Bei welchen Beschwerden ist eine MR sinnvoll?

  • Ausstrahlende Schmerzen in Hüfte, Oberschenkel oder Unterschenkel
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Bein
  • Muskelschwäche beim Gehen, Treppensteigen oder Aufstehen
  • Verdacht auf Tumor oder Metastasen im Beckenbereich
  • Beschwerden nach Hüft- oder Beckenoperationen
  • Strahlenfolgen nach onkologischer Therapie im Becken
  • Diabetische Amyotrophie (Nervenschaden bei Diabetes)

Was zeigt die MR des Plexus lumbosacralis?

Die spezialisierte Neurographie des Plexus lumbosacralis stellt die Nervenstränge im Becken hochauflösend dar – eine anspruchsvolle Untersuchung, die besondere radiologische Expertise erfordert. Sichtbar werden können:

  • Entzündliche Veränderungen des Nervengeflechts
  • Tumore oder Metastasen, die auf den Plexus drücken
  • Verletzungen nach Beckentrauma oder Operationen
  • Diabetische Plexopathie (Nervenschaden durch Diabetes mellitus)
  • Strahlungsbedingte Nervenschäden (Radioplexopathie)
  • Endometriose mit Nervenbeteiligung
  • Hämatome oder Abszesse im Becken mit Nervenkompression

Plexus lumbosacralis vs. klassischer Bandscheibenvorfall

Viele Patienten werden mit ausstrahlenden Beinschmerzen zunächst auf einen Bandscheibenvorfall untersucht – ohne Befund. Die MR des Plexus lumbosacralis ergänzt die Wirbelsäulendiagnostik gezielt, wenn der Nerv selbst im Becken betroffen sein könnte.

Bandscheibenvorfall (LWS) Plexus lumbosacralis
Nervenkompression auf Höhe der Wirbelsäule Nervenschaden im Becken
Typischerweise einseitig Oft diffuseres Bild
Schmerz folgt Dermatom Auch ohne LWS-Befund möglich
Standard-MRT der LWS ausreichend MR-Neurographie erforderlich

Was Sie vor der Untersuchung wissen sollten

  • Die MR des Plexus lumbosacralis ist eine nicht-invasive Untersuchung ohne Strahlenbelastung
  • Aufgrund der anatomischen Lage im Becken dauert die Untersuchung in der Regel 45–60 Minuten
  • Je nach Fragestellung wird Kontrastmittel eingesetzt
  • Metallimplantate (z.B. Hüftprothesen) oder Herzschrittmacher sind vorab mit uns abzuklären

Häufige Fragen

Ja. Für die Darstellung des Plexus lumbosacralis werden spezielle Nerven-Sequenzen (Neurographie) eingesetzt, die sich von einer Standard-Wirbelsäulen-MR unterscheiden. Die Untersuchung erfordert spezialisierte radiologische Expertise.

In der Regel ist keine Nüchternheit erforderlich. Wenn Kontrastmittel geplant ist, empfehlen wir, 2–3 Stunden vorher nur leicht zu essen.

Bei medizinischer Indikation und gültiger ärztlicher Zuweisung übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) in der Regel die Kosten.